Rezension „Eine perfekte Ehe“ – Kimberly McCreight

Droemer Knaur Verlag* | Broschierte Ausgabe | Übersetzer: Kristina Lake-Zapp | 544  Seiten | 14,99 € | Amazon* und im örtlichen Buchhandel

INHALT:

Der Hilferuf ihres alten Studienfreundes Zach kommt für die New Yorker Anwältin Lizzie Kitsakis denkbar ungelegen: Eigentlich wollte sie wieder mehr Zeit mit ihrem Mann verbringen, um die Risse zu kitten, die sich inzwischen unübersehbar in ihrer Ehe auftun.
Doch Zach wird verdächtigt, seine Frau Amanda ermordet zu haben, und sitzt bereits in der berüchtigten New Yorker Haftanstalt Rikers Island. Natürlich beteuert Zach seine Unschuld, und Lizzie glaubt ihm. Je mehr sie allerdings über die Ehe von Zach und Amanda erfährt, desto mehr häufen sich die Ungereimtheiten. Was verschweigen Zach und seine Freunde in dem elitären Brooklyner Wohnviertel?
Als ein neues Beweismittel auftaucht, wird Lizzies Welt auf den Kopf gestellt: Kann es sein, dass ihr eigener Ehemann Sam in den Fall verwickelt ist?

MEINUNG:

Der Roman Eine perfekte Ehe fiel mir vor einigen Monaten im Buchladen auf und war sofort Feuer und Flamme für diese Geschichte, da ich 1. Geschichten liebe, die in New York spielen, 2. gerne Geschichten lese, die in gehobenen Kreisen spielen und in denen 3. nicht alles so ist, wie es scheint.

Lizzie wird mittels eines R-Gesprächs aus dem bekannten New Yorker Gefängnis Riker Island angerufen. Ihr ehemaliger Studienfreund Zach braucht ihre Hilfe, weil er verdächtig wird seine Frau umgebracht zu haben. Lizzie glaubt ihm, dass er unschuldig ist. Lizzie braucht aber eine andere Person, die des Mordes ans Zachs Frau Amanda bezichtigt werden kann. Sie fängt an zu ermitteln und stößt tief in die elitäre Brooklyner Gesellschaft vor.

Die Geschichte wird in der Gegenwart von Lizzie und in der Vergangenheit von Amanda berichtet. Zwischendurch gibt es Zeugenbefragungen und Ermittlungsakten, was mich zunächst richtig begeistert hat, denn solche Art Romane mag ich sehr. Den Titel habe ich auf die Ehe von Amanda und Zach bezogen, allerdings erweckte es für mich nicht wirklich den Eindruck, dass sie eine perfekte Ehe geführt haben. Ich habe die Ehe der beiden von Anfang an als ziemlich lieblos und zweckgebunden erfunden. Warum die beiden geheiratet haben, erschließt sich mir bis zum Schluss nicht wirklich und die beiden geben auch nicht vor eine perfekte Ehe zu haben. Zach ist nur mit Arbeiten beschäftigt und Amandas Lebensaufgabe ist der gemeinsame Sohn Case, der ihr ein und alles ist. Amanda wirkt relativ verletzlich und schwach. Schnell wird klar, dass es viele Dinge in der Vergangenheit gibt, die sie belasten und die natürlich auch den Eindruck beim Leser erwecken, dass noch andere verdächtige Personen sind. Gefühlt haben alle Charaktere irgendwelche dunklen Vergangenheiten, so auch Lizzie.

Lizzie mochte ich allerdings sehr gern. Ihre Ehe ist in großen Schwierigkeiten, da ihr Mann Sam ein Alkoholproblem hat und beiden durch ein fatalen Fehler eine Menge Schulden beschert hat, die Lizzie versucht abzuarbeiten. Dafür hat sie ihren Traumjob als Staatsanwältin gekündigt und arbeitet anstatt dessen nun als Rechtsanwältin, weil sie dort besser verdient. Man fragt sich, warum Sam nicht zum Unterhalt beiträgt, aber der ist Autor. Kann man verstehen, muss man aber nicht. Die Ehe zwischen den beiden war deutlich greifbarer. Lizzie ist zurecht unfassbar wütend auf Sam, aber sie lieben sich auch und er ist ihr Anker. Denn auch ihr hat die Autorin ein schwere Kindheit verpasst, die für mich zwar interessant, aber auch unnötig war, weil es schon die ganzen Charaktere schon so viel Hintergrundgeschichten haben. Auch die im Klappentext erwähnt Verdächtigung von Sam fand zu viel und für Lizzie natürlich eine echte Zumutung. Für meinen Geschmack hätte Lizzie aber ruhig ein bisschen bessere Ermittlungsfähigkeiten an den Tag legen können, weil die Suche nach dem oder der TäterIn gestaltet sich recht zäh und beschert der Geschichte unnötige Längen. Meiner Meinung hätte sie die Person viel schneller finden können.

FAZIT:

Ich muss sagen, dass von Eine perfekte Ehe ein bisschen mehr erwartet habe.  Natürlich hatte ich den Drang zu erfahren, wie alles miteinander zusammenhängt, aber wirklich Spannung, die ich bei Genre Thriller erwarte kam nicht wirklich auf. Dafür hatte das Buch leider relativ viel Längen. Meiner Meinung nach wäre hier besser gewesen „Weniger ist mehr“. Die Autorin verfängt sich ein den vielen Geschichten und Charakteren. Ich sehe da aber Potential und würde einem weiteren Buch definitiv die Chance geben.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Droemer Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

*Folgende Verlinkungen kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

Ein Kommentar zu „Rezension „Eine perfekte Ehe“ – Kimberly McCreight

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