Rezension „Das Unrecht“ – Ellen Sandberg

Penguin Verlag* | Gebundene Ausgabe  | 416 Seiten | 22,00 € | Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Jedes Jahr, wenn der Herbst naht, wird Annett von einer inneren Unruhe erfasst. Dann macht sich die Narbe an ihrem Arm bemerkbar, dann werden die Erinnerungen an den Sommer 1988 und an die Clique von damals wach. Fünf Freunde, die sich blind vertrauten, bis einer von ihnen zum Verräter wurde.
Jetzt, Jahrzehnte später, begreift Annett, dass sie ihren inneren Frieden erst finden wird, wenn sie sich der Vergangenheit stellt. Kurz entschlossen fährt sie nach Wismar. Zurück an die Ostsee, in ihre alte Heimat. Doch je mehr sie dort über die Ereignisse jenes Sommers herausfindet, umso deutlicher wird: Sie hätte die Vergangenheit besser ruhen lassen, denn der Verrat von damals reißt ihr Leben erneut in einen Abgrund …

MEINUNG:

Das Unrecht ist bereits der sechste Roman, den die deutsche Autorin Inge Löhnig unter ihrem Pseudonym Ellen Sandberg geschrieben hat.  Ich schätze ihre Kommissar Dühnfort-Reihe, die sie unter ihrem Klarnamen beim Ullstein Verlag veröffentlicht sehr und ich mag auch die Romane, die sie als Ellen Sandberg schreibt. Ich mochte sowohl Das Erbe als auch Der Verrat und  Die Vergessenen.

Wie immer wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen erzählt. In der Jetzt-Zeit verfolgen wir das Paar Annett und Volker, die beide seit vielen Jahren verheiratet sind, in Bamberg wohnen, zwei erwachsene Kinder haben und aus der ehemaligen DDR kommen. Beide waren 1988 in der gleichen Clique in Wismar. Dort ist etwas vorgefallen, was die Clique auseinander brechen ließ und was Annett nur schwer verarbeiten konnte. Jeden Herbst muss sie an die damaligen Ereignisse denken. Um endlich Frieden mit der Vergangenheit schließen zu können, beschließt Annett sich der Vergangenheit zu stellen bis sie herausfindet, was wirklich passiert ist und dass es nicht so ist, wie sie immer geglaubt hat.

Volker ist bereits zu Beginn unfassbar unsympathisch. Ein unangenehmer Mann, der gerne alles unter Kontrolle hat, besonders Annett, die er ständig versucht zu bevormunden. Nach außen will er ruhig und souverän wirken, aber unter der Oberfläche brodelt es schnell und er verliert die Beherrschung. Die Autorin zeigt keine Scheu seine Gedanken und Taten aus seiner Sicht zu schildern. Annett ist in meinen Augen absolut naiv und lässt sich von Volker sehr beeinflussen. Oft hat sie schon die richtigen Gedanken, dass mit seinem Verhalten etwas nicht stimmt, aber sie braucht lange, um endlich von ihm loszukommen. Zwischen den beiden spitzt sich der Konflikt dann immer weiter zu und mir war relativ schnell klar, dass es kein gutes Ende nehmen wird. Spannung ja, aber weniger im positiven Sinn. Ab einem gewissen Punkt fiel es mir schwer die Geschichte gerne zu lesen. Mir fehlte auch ein bisschen die Unterstützung für Annett. Ihre Freundin braucht lange, um zu verstehen wie Volker tickt und die gemeinsame Tochter von Annett und Volker schlägt sich trotz allem noch auf die Seite des Vaters und an dessen verdrehte Wahrheiten.

Daneben steht der historische Teil, der ein Stück DDR Geschichte darstellt. Hier geht es um die Flucht aus der DDR und deren Folgen. Die Autorin hat diesen Teil wie immer gut recherchiert und authentisch mit all seinen Grausamkeiten dargestellt. Allerdings barg dieser Teil für mich wenig Neues und mir war auch recht schnell klar, worin der Verrat bestand und wer ihn begangen hat. Es gab für mich wenig spannende Wendungen. Für mich verblasste dieser Teil auch neben dem Teil in der Gegenwart, zumal dieser auch endet als dieser an die Gegenwart anknüpft.

FAZIT:

Zum ersten Mal konnte mich leider ein Roman von Ellen Sandberg nicht so richtig begeistern. Meiner Meinung ging der historische Aspekt um die Folgen einer Republikflucht aus der ehemaligen DDR unter neben dem großen Drama einer Ehe, die auf Lügen und spätere Rache aufbaut. Die Szene der Ehe von Annett und Volker mochte ich irgendwann nicht mehr lesen, weil mir klar war, dass es ein sehr ungutes Ende nehmen wird. Über das konsequente Ende der Geschichte kann man sich sicher streiten.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Penguin Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

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