Rezension „Sommernachtstod“ – Anders de la Motte

Droemer Verlag* | Broschiert | Übersetzer: Marie-Sophie Kasten | 432 Seiten | 14,99 € |Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Ein Schatten scheint über einem Dorf in Südschweden zu liegen, seit dort vor 20 Jahren der kleine Billy Lindh spurlos verschwand. Die Mutter des Jungen nahm sich daraufhin das Leben, ein Verdächtiger, dem aber nichts nachgewiesen werden konnte, tauchte unter und ließ Frau und Kinder im Stich.
Nun kehrt Billys Schwester, die Therapeutin Vera Lindh, in ihren Heimatort zurück: Ihr neuer Patient Isak hat ihr eine alarmierende Geschichte über einen verschwundenen Jungen erzählt, und Vera will endlich wissen, was damals wirklich geschehen ist. Längst nicht jedem im Dorf gefallen ihre hartnäckigen Fragen. Und wie vertrauenswürdig ist eigentlich Isak?

MEINUNG:

In meiner Jugend habe ich sehr viele skandinavische Krimis gelesen, u.a. von Henning Mankell (DER Autor meiner Jugend) und Ake Edwardson. Nach langer Zeit war Sommernachtstod wieder mein erster Krimi aus diesem Bereich und ein bisschen war es wie nach Hause kommen.

Romane aus dieser Nische der Kriminalromane sind für mich vor allem wegen der Atmosphäre, die häufig sehr düster sein kann, so besonders und genau das schafft Anders de la Motte wirklich exzellent. In der Regel bin von so vielen langen Beschreibungen der Gegend, der Gefühle und Handlung einer Person schnell gelangweilt, wenn diese nicht zur Aufklärung des Falls beiträgt, aber hier war es anders. Als Vera nach langer Zeit in ihr Elternhaus zurückkehrt, passieren dort so einige mysteriöse Dinge und ich habe hier förmlich an den Seiten geklebt. Hier wird jedes kleine Knacken beschrieben und man ist mitten drin im Geschehen.

Am Anfang wechseln sich die Kapitel von Vergangenheit und Gegenwart noch ab, aber ungefähr ab der Mitte bleiben wir in der Gegenwart. Das hat mir gut gefallen, weil es mal ein bisschen anders war. Was in der Vergangenheit passiert ist, muss Vera in der Gegenwart herausfinden. Man merkt schnell, dass das Verschwinden des kleinen Billys hat die Familie und vor allem die Mutter zerstört hat. Auch Vera hat so ihre Probleme und ist als Charakter nicht wirklich einfach. Eigentlich will sie mit allem nichts mehr zu tun haben und hat sogar ihren Namen verändert. Vera ist Therapeutin für Trauerbewältigung, was ich mit ihrer Vergangenheit ziemlich schwierig fand. Ich empfand sie auch nicht als besonders psychisch stabil.

Vera macht sich auf die Suche nach der Wahrheit, aber kommt dieser gefühlt nicht so wirklich näher. Es gibt ein paar verdächtige Personen, aber als Vera anfängt Fragen zu stellen in ihrem Heimatdorf, da bekommt sie eher noch mehr Probleme. Die Personen sind hier alle etwas sperrig, haben Ecken und Kanten, aber genau das mag sehr gerne. Das Buch entwickelt ohne Frage ziemlich schnell eine Sogwirkung. Ich habe so ein paar Vermutungen gehabt, aber die wirklich Auflösung, die sehr tragisch ist, kommt erst am Schluss. Gerne hätte ich etwas mehr miträtseln dürfen, aber es tut dem Unterhaltungswert des Buches trotzdem keinen Abbruch.

FAZIT:

Sommernachtstod ist für mich ein äußerst gelungener und vor allem was die Atmosphäre angeht, dichter Roman, bei dem viele Bilder im Kopf entstehen. Ich hätte gerne etwas miträtseln wollen, aber das ist hier Jammern auf hohem Niveau. Ich freue mich hoffentlich bald mehr von dem Autor zu lesen!

Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise vom Droemer Verlag* über Vorablesen* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

*Folgende Verlinkungen kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

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