Rezension „Das Unrecht der Väter“ – Ellin Carsta

Tinte & Feder Verlag | Taschenbuch |  343 Seiten | 9,99 € | Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Bernried am Starnberger See, 1936: Paul-Friedrich von Falkenbach und die Brüder Lehmann stehen für Erfolg. Drei Freunde, die zusammen im Ersten Weltkrieg gedient haben und deren Verbindung so stark ist, dass sie ihre Firmensitze zusammengelegt haben und schon seit Jahren gemeinsam die Geschäfte betreiben.

Während die Söhne der Lehmanns bereits in deren Firmen eingestiegen sind, kann sich Gustav von Falkenbach nur schwer vorstellen, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, schließlich steht er kurz davor, sein Medizinstudium abzuschließen. Auch seine Schwester Wilhelmine ist dabei, ihren eigenen Weg zu finden und sich eine politische Meinung zu bilden, während die Nazis im Land und im Umfeld der Familien immer mehr an Einfluss gewinnen.

Als die Tochter eines Kriegskameraden auf Gut Falkenbach auftaucht, um Fragen zum rätselhaften Tod ihres Vaters zu stellen, versuchen die drei Männer alles, um ein altes Geheimnis verborgen zu halten.

MEINUNG:

Das Unrecht der Väter ist der erste Teil der Falkenbach-Saga. Ellin Carsta konnte mich auch schon mit ihrer Hansen-Saga überzeugen und ich war sehr gespannt auf die neue Reihe, die nun vor dem zweiten Weltkrieg beginnt.

Namensgebend für die Saga ist Paul-Friedrich von Falkenbach. Er und die beiden Brüder Wilhelm und Heinrich Lehmann habe zusammen im ersten Weltkrieg gedient und haben nachdem Krieg ihre beiden Firmensitze zusammen gelegt in Bernried am Starnberger See. Alle drei sind sehr erfolgreich in ihren Unternehmen und bauen darauf, dass ihre Kinder einmal das Geschäft übernehmen werden. Wie zu erwarten können sich damit nicht alle Kinder abfinden. Paul-Friedrichs Sohn Gustav möchte lieber Arzt werden. Er lebt derzeit mit seiner Frau Clara in Berlin bis er das Medizinstudium beendet hat. Heinrichs Sohn Ferdinand wird bereits auf die Übernahme der Geschäftsführung vorbereitet, aber er kann es seinem Vater nur schwer Recht machen und eigene Ideen sind auch nicht wirklich erwünscht. Ferdinand ist mit Elisabeth verheiratet. Wilhelms Sohn Leopold ist mit Irma verheiratet und beide sind bereits Eltern einer kleinen Tochter. Dieses Familienidyll wird jäh gestört als die Tochter eines ehemaligen Kriegskameraden auftaucht und angenehme Fragen zur Kriegsvergangenheit der drei Männer stellt.

Für mich ist diese Art der Literatur immer gleichzeitig spannend als auch unangenehm, denn natürlich ist der Einfluss von Adolf Hitler auf Deutschland schon deutlich spürbar und auch die drei Patriarchen sind diesen Einflüssen ausgesetzt. Als Leser weiß es natürlich besser und möchte diese Personen am liebsten schütteln. Natürlich gibt es auch Charaktere, wie Wilhelmine, die Schwester von Gustav, die Dinge hinterfragt und schon eine Ahnung hat, dass die Dinge in Deutschland in eine falsche Richtung laufen. Sie ist eine starke Frau und scheut nicht davor zurück ihrem Vater die Meinung zu sagen, aber dennoch ist sie auch weiterhin von diesem abhängig. Natürlich ist es eine Zeit, in der Frauen grundsätzlich schon ein wenig unabhängiger sein könnten, aber als Tochter aus wohlhabenden Haus, soll für sie eine gute Ehepartie gefunden werden.

Grundsätzlich hat Ellin Carsta eine sehr vielschichtige Palette an Charaktere geschaffen, die viele komplexe Biographien und Persönlichkeiten haben. Es hat mir Spaß gemacht diese kennenzulernen und zu erfahren, wie sie alle ticken und was auch ihre Beweggründe sind. Es gelingt der Autorin, wie auch schon in anderen Romanen, dass man hier emotional sehr mitgehen kann, vor allem dann wenn Personen Unrecht geschieht oder wenn die Männer meinten sie regieren die Welt. Das sind zumindest meine beiden Punkte, die mich beim Lesen emotional triggern. Es deutet sich auch schon an, dass einige Personen noch das ein oder andere Geheimnis haben

Die Stärke der Töchter, der zweite Teil der Saga, erscheint am 23. März 2021.

FAZIT:

Das Unrecht der Väter  ist ein fulminanter Stark in eine neue historische Saga, angesiedelt zu Beginn des zweiten Weltkriegs. Drei Familien, viele Geheimnisse und ein Krieg der vor der Tür steht, versprechen noch ein großes Lesevergnügen, in das man eintauchen kann.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von der Autorin zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

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3 Kommentare zu „Rezension „Das Unrecht der Väter“ – Ellin Carsta

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